Wer beim Tanken weniger ausgeben möchte, muss nicht sofort das Auto wechseln. Schon der richtige Reifendruck, weniger unnötige Last und eine gleichmäßige Fahrweise können den Verbrauch im Alltag beeinflussen. Vor der nächsten Fahrt lohnt sich außerdem ein Vergleich des aktuellen Literpreises und eine eigene Rechnung in Litern pro 100 Kilometer.
Aktuelle Kraftstoffpreise vor der Fahrt vergleichen
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe bei der Bundesnetzagentur veröffentlicht Informationen zur Preistransparenz bei Benzin und Diesel. Sie kann deshalb als Ausgangspunkt dienen, um Preise vor dem Tanken zu vergleichen. Entscheidend ist dabei nicht nur der günstigste Literpreis, sondern auch, ob der Umweg zur Tankstelle den Vorteil wieder aufzehrt.
Praktisch ist folgende Rechnung: Kostet der Liter fünf Cent weniger und tanken Sie 40 Liter, beträgt die Ersparnis zwei Euro. Wenn dafür jedoch mehrere Kilometer Umweg nötig sind, kann ein Teil dieses Vorteils durch zusätzlichen Verbrauch verschwinden.
Auch der persönliche Verbrauch macht einen großen Unterschied. Wer 6,5 Liter pro 100 Kilometer benötigt, verbraucht auf einer Strecke von 500 Kilometern 32,5 Liter. Bei 8,0 Litern wären es 40 Liter – also 7,5 Liter mehr auf derselben Strecke.
Reifendruck und Fahrzeuggewicht regelmäßig prüfen
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Der Motor muss dann mehr Energie aufbringen, um das Fahrzeug in Bewegung zu halten. Wie stark sich das im Einzelfall auswirkt, hängt vom Fahrzeug, den Reifen und der Abweichung vom empfohlenen Druck ab. Deshalb sollte der Druck an den Angaben des Fahrzeugherstellers ausgerichtet werden.
Kontrollieren Sie den Reifendruck möglichst bei kalten Reifen. Die passenden Werte stehen häufig an der Tankklappe, an der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung. Nach einer Beladung für den Urlaub kann ein höherer Druck für schwere Lasten vorgesehen sein.
Auch unnötiges Gewicht kostet Energie. Getränkekisten, Werkzeug, Sportausrüstung oder andere Gegenstände, die dauerhaft im Kofferraum liegen, erhöhen die Fahrzeugmasse. Dachboxen und Fahrradträger können zusätzlich den Luftwiderstand steigern. Werden sie nicht gebraucht, sollten sie abgenommen werden.
Kurzstrecken treiben den Verbrauch besonders leicht nach oben
Auf kurzen Strecken erreicht der Motor oft nicht seine normale Betriebstemperatur. Kaltstarts, häufiges Anfahren und die ersten Kilometer mit erhöhtem Verbrauch fallen dann besonders stark ins Gewicht. Das gilt vor allem für Fahrten von nur wenigen Kilometern.
Nicht jede Kurzstrecke lässt sich vermeiden. Manche Wege können sich jedoch verbinden: Einkäufe, Arzttermine und Erledigungen liegen vielleicht auf einer gemeinsamen Route. Für sehr kurze Wege kommen – je nach Wetter, Strecke und persönlicher Situation – auch Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder ein Fußweg infrage.

Wichtig ist, ein Auto mit kaltem Motor nicht im Stand lange warmlaufen zu lassen. Das verbraucht Kraftstoff und bringt den Motor meist weniger effizient auf Temperatur als eine vorsichtige Fahrt unmittelbar nach dem Start.
Vorausschauend fahren und unnötiges Bremsen vermeiden
Vorausschauendes Fahren bedeutet, den Verkehr früh zu beobachten und Geschwindigkeit möglichst gleichmäßig zu halten. Wer eine rote Ampel, einen Kreisverkehr oder eine langsamere Kolonne rechtzeitig erkennt, kann den Fuß vom Gas nehmen und unnötige Beschleunigungs- und Bremsvorgänge vermeiden.
Das heißt nicht, im Verkehr zu schleichen oder Sicherheitsabstände zu unterschreiten. Es geht darum, die vorhandene Bewegungsenergie sinnvoll zu nutzen und nicht ständig zwischen starkem Beschleunigen und hartem Bremsen zu wechseln.
Hilfreich sind dabei ein ausreichender Abstand, ein ruhiger Blick weit voraus und eine passende Gangwahl. Bei Fahrzeugen mit Automatik kann ein gleichmäßiger Gasfuß helfen. Bei Fahrzeugen mit Schaltung sollte möglichst früh in einen höheren Gang gewechselt werden, ohne den Motor untertourig zu quälen.
Geschwindigkeit beeinflusst den Verbrauch deutlich
Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Luftwiderstand stark zu. Deshalb kann eine schnelle Fahrt auf der Autobahn den Verbrauch deutlich stärker erhöhen als eine moderate Verringerung des Tempos vermuten lässt. Der genaue Effekt hängt unter anderem vom Fahrzeug, der Strecke, dem Wind und der Beladung ab.
Wer Zeit hat, kann eine längere Fahrt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit planen und starke Beschleunigungen vermeiden. Bei Autobahnfahrten sind außerdem häufige Geschwindigkeitswechsel ungünstig. Ein Tempomat kann auf ebenen, übersichtlichen Strecken helfen, das Tempo konstant zu halten. Bei Gefälle, dichtem Verkehr oder wechselnden Bedingungen bleibt die Aufmerksamkeit wichtiger als jede Komfortfunktion.
Die sparsamste Geschwindigkeit ist nicht für jedes Auto gleich. Deshalb sollten Fahrer den eigenen Verbrauch bei vergleichbaren Strecken beobachten, statt sich auf einen pauschalen Idealwert zu verlassen.
Klimaanlage und elektrische Verbraucher bewusst einsetzen
Klimaanlage, Heckscheibenheizung und andere elektrische Verbraucher benötigen Energie. Bei Verbrennerfahrzeugen kann das den Kraftstoffverbrauch erhöhen, wobei der Effekt von Außentemperatur, Fahrzeugtechnik und Nutzung abhängt. An sehr heißen Tagen sollte die Klimaanlage trotzdem für angenehme und sichere Bedingungen sorgen.

Nach dem Einsteigen kann es sinnvoll sein, aufgeheizte Luft zunächst kurz entweichen zu lassen. Danach sollte die Temperatur nicht unnötig stark unter die Außentemperatur gestellt werden. Bei längeren Fahrten kann eine moderate Einstellung den Energiebedarf begrenzen.
Bei geöffneten Fenstern steigt bei höherem Tempo der Luftwiderstand. Im Stadtverkehr kann Lüften eine praktikable Lösung sein, auf der Autobahn ist es häufig günstiger, die Fenster geschlossen zu halten und die Klimaanlage angemessen zu nutzen.
Verbrauch pro 100 Kilometer selbst berechnen
Für eine belastbare Einschätzung genügt eine einfache Rechnung:
Verbrauch = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100
Beispiel: Werden 35 Liter nach 520 Kilometern nachgetankt, ergibt sich ein Verbrauch von rund 6,7 Litern pro 100 Kilometer. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Sie möglichst unter ähnlichen Bedingungen messen und nicht nur eine einzelne Tankfüllung betrachten.
Notieren Sie Kilometerstand, getankte Liter und den jeweiligen Kraftstoffpreis. Nach mehreren Tankfüllungen werden Unterschiede durch Wetter, Verkehr und Fahrstrecke besser sichtbar. So lässt sich prüfen, ob eine Maßnahme tatsächlich hilft oder nur ein zufälliger Effekt war.
Eine kurze Checkliste vor der nächsten Fahrt:
- Reifendruck nach Herstellervorgabe prüfen.
- Unnötige Gegenstände und Dachträger entfernen.
- Aktuellen Benzin- oder Dieselpreis vergleichen.
- Kurzstrecken bündeln, wenn es praktisch möglich ist.
- Gleichmäßig fahren und frühzeitig vom Gas gehen.
- Verbrauch und Kosten pro 100 Kilometer notieren.
Was vor der nächsten Fahrt besonders zählt
Die größten Einsparungen entstehen meist nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch mehrere kleine Entscheidungen: ein korrekt gefüllter Reifen, weniger Ballast, weniger Kaltstarts und eine ruhigere Fahrweise. Gleichzeitig sollten Sicherheit, Sicht und Fahrzeugtechnik Vorrang haben. Die Klimaanlage darf genutzt werden, wenn sie für Konzentration und Wohlbefinden erforderlich ist.
Prüfen Sie vor dem Tanken den aktuellen Preisvergleich der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe und rechnen Sie anschließend mit Ihren eigenen Verbrauchsdaten nach. So wird aus einem allgemeinen Spartipp eine nachvollziehbare Entscheidung für die konkrete Strecke.
Quelle: Bundesnetzagentur
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Quellenprüfung Quelle und Berechnung
Die Preisvergleichs-Hinweise stützen sich auf die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe; Verbrauchsbeispiele sind nachvollziehbare Rechenbeispiele und keine Tagespreise.
- Aktuellen Literpreis vor dem Tanken prüfen
- Reifendruck mit den Herstellerangaben vergleichen
- Verbrauch über mehrere Tankfüllungen berechnen
- Umwege zur günstigeren Tankstelle in die Rechnung einbeziehen
- Quelle
- Bundesnetzagentur – Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-23 07:39
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