2026-09-09 Aktuelle Nachrichten aus Deutschland, der Wirtschaft und der Welt.
Drei Kinder sitzen nebeneinander an einem Gewässer und blicken gemeinsam in die Ferne.

Leipzig plant schnelle Hilfe für Kinder in akuten Krisen

Von der Redaktion Beauty in Town

Leipzig sucht einen freien Träger für den Aufbau eines ambulanten Kriseninterventionsteams, kurz KITs. Das Angebot soll Kinder und Jugendliche in akuten Krisen kurzfristig stabilisieren, bestehende Betreuungssettings entlasten und weitere Eskalationen verhindern. Bewerbungen sind bis zum 20. September 2026 möglich.

KITs soll direkt am Aufenthaltsort eingreifen

Das Kriseninterventionsteam ist für junge Menschen vorgesehen, bei denen bestehende Hilfen vorübergehend nicht mehr greifen. Dazu zählen Kinder und Jugendliche mit wiederkehrenden schweren Krisen, Selbst- oder Fremdgefährdung sowie Abbrüchen laufender Unterstützungsangebote. Ein besonderer Fokus liegt auf straffällig gewordenen Kindern unter 14 Jahren.

Die Fachkräfte sollen unter anderem in Jugendhilfeeinrichtungen, Inobhutnahmestellen, Familien oder temporären Unterkünften tätig werden. Zu ihren Aufgaben gehören Deeskalation, emotionale Stabilisierung und die Vorbereitung weiterer Hilfen. Vorgesehen ist außerdem eine enge Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Sozialdienst, der Koordinierungsstelle, Schulen, Kliniken und der Polizei.

Perspektivisch kann eine pädagogisch betreute Wohnung hinzukommen. Sie soll in abgestimmten Einzelfällen für höchstens sieben Tage genutzt werden, sofern die erforderliche Betriebserlaubnis vorliegt.

Leipzig plant schnelle Hilfe für Kinder in akuten Krisen

Gesucht wird ein erfahrener Träger der Jugendhilfe

Das KITs soll mit insgesamt 6,0 Vollzeitäquivalenten ausgestattet werden. Erwartet werden sozialpädagogisch und psychosozial qualifizierte Fachkräfte mit mindestens drei Jahren Erfahrung im Umgang mit hoch belasteten jungen Menschen. Kenntnisse in Deeskalation, Krisenintervention, Traumapädagogik, Gruppendynamik und Kinderdelinquenz gehören ebenfalls zu den Anforderungen.

Der Träger muss Einsätze außerhalb regulärer Arbeitszeiten sowie nachts, an Wochenenden und Feiertagen ermöglichen. Für die Koordinierungsstelle und das KITs sollen zwei unterschiedliche freie Träger ausgewählt werden. Finanziert werden sollen die geplanten Personalkosten und unmittelbar aufgabenbezogene Betriebskosten, nicht jedoch Overheadstrukturen.

Bewerbung ausschließlich als PDF per E-Mail

Einzureichen sind unter anderem Nachweise zur Rechtsform und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, eine Leistungsübersicht, Angaben zu Arbeitsbedingungen und Tarifbindung, ein Kostenplan, ein Schutzkonzept sowie eine maximal zehnseitige fachliche Konzeption. Zusätzlich wird ein fiktiver Fallverlauf einschließlich Beteiligung, Krisenplan und Rückkopplung mit Koordinierungsstelle und Allgemeinem Sozialdienst verlangt.

Die Unterlagen müssen mit dem Betreff „Interessenbekundung Name Ihres Trägers“ an Strategische_Steuerung_Amt51@leipzig.de gesendet werden. Die zwei geeignetsten Einreichungen sollen voraussichtlich Ende September eine Findungskommission durchlaufen; der Start des KITs ist für den 1. November 2026 geplant.

Quelle: City of Leipzig News

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